Zitat von Dietrich Bonhoeffer

Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

Unsere Begleitung

Beistand durch den Bestatter

Im Ernstfall ist er oft der erste Berater

„Niemals geht man so ganz“

heißt ein populäres Lied der 1991 gestorbenen Sängerin Trude Herr aus Köln. Aber was bleibt, wenn ein geliebter Mensch von dieser Welt geht? Wie gehen wir mit der Trauer über die Vergänglichkeit um. Wer kümmert sich um den Schmerz der Hinterbliebenen?

Der zunehmende Verzicht auf kirchlichen Beistand hat gesellschaftliche Veränderungen bewirkt. Die Konzentration auf das Diesseits verhindert notwendige Auseinandersetzungen mit der Endlichkeit. Gleichzeitig wächst die persönliche Überforderung der Angehörigen, wenn sie unvorbereitet dem Tod ins Gesicht sehen müssen. Heute ist der Bestatter oft der erste Gesprächspartner im Ernstfall. Dies bewirkt eine Erweiterung seines Betätigungsfeldes und stellt neue Anforderungen an den Berufsstand. Einfühlsamkeit ist gefragt. Nicht zuletzt, weil Trauer in der modernen Welt wenig Raum und Zeit findet.

Dabei muß der Bestatter die Gradwanderung zwischen den Gefühlen der Hinterbliebenen und seiner beruflichen Aufgabe finden. Die Ausnahmesituation eines Todesfalles löst unterschiedlichste Emotionen aus: Entsetzen, Schock, Bestürzung oder Lähmung erfordern Anteilnahme. Gleichzeitig müssen im Verlauf der ersten Begegnungen schon wichtige Fragen über die Form einer Bestattung geklärt werden. Für die Zeit zwischen einer Ausstellung der Todesurkunde und der Durchführung einer Bestattung ergibt sich ein Trauer-Muster, auf das der Bestatter Bezug nehmen muß.

Drei Zeitebenen überlagern und durchdringen einander. Das Eingehen auf die aktuellen Verlustgefühle vermischt sich mit der Lebensgeschichte des Toten. Dies wiederum führt die Notwendigkeit vor Auge, innerhalb der kommenden Tage den angemessenen Abschied zu gestalten. Die Vermischung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bestimmt auch im weiteren Verlauf den Trauerprozess. Dies kann Wochen, Monate oder Jahre zum lebensbeherrschenden Gefühl werden.Die zeitliche Nähe zum Grund der Trauer erfordert vom Bestatter qualifizierte Sensibilität. Er wird zunehmend zur ersten Adresse und damit Wegweiser, Beistand und Begleiter trauernder Menschen. Der Bundesverband des Deutschen Bestattungsgewerbes hat auf das erweiterte Berufsfeld beispielhaft reagiert: er rief die Stiftung "Humatia" ins Leben. Verbunden damit ist das Projekt "Trauerbegleitung und Trauerforschung" an der Universität Regensburg. Kooperativ werden dort von theologischen und psychologischen Wissenschaftlern Seminare für Bestatter erarbeitet. Darin werden sie für ihre Aufgabe als Trauerbegleiter qualifiziert, insbesondere für ihre Rolle als Gesprächspartner von Trauernden.

Ein zweiter Projektschwerpunkt befaßt sich mit der Trauerforschung. Zum Beispiel der Zunahme anonymer Bestattungen als Folge der gesellschaftlichen Verdrängung des Todes und den Auswirkungen auf den Trauerprozeß. Mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Sichtweisen nähert sich das Projekt "Trauerbegleitung und Trauerforschung" dem Umgang mit der Todeswirklichkeit. Es öffnet damit neue Perspektiven für die beruflichen Anforderungen zeitgemäßer Bestattungstätikeit. Die 900.000 jährlichen Sterbefälle in Deutschland verdeutlichen mit der weit größeren Anzahl von Hinterbliebenen die Dimension notwendiger Trauerbegleitung.

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